Wir untersuchen die Bergpredigt, die in 21 Abschnitte unterteilt ist.
Matthäus 6.6-13 behandelte bereits das Gebet und gab dafür ein Vorbild. Nun wird verdeutlicht, wie Gott den Betenden antwortet. Es besteht kein Zweifel, dass Gott diejenigen hört, die ihn beharrlich bitten. Auch wenn das Wort „Beharrlichkeit“ nicht ausdrücklich dasteht, bedeutet die Verwendung der Verben im Präsens: Bittet weiter, sucht weiter und klopft weiter an.
Außerdem zeigt die Verbindung der Verben bitten, suchen und anklopfen eine Entschlossenheit des Jüngers, die jedes nichtige Anliegen ausschließt.
Der Gedanke ist recht einfach: Gott wird mit einem Vater verglichen, der denen gern Gutes gibt, die ihn beharrlich darum bitten. Der Messias Jesus vergleicht so die Beziehung des Jüngers zu Gott mit der Beziehung zwischen einem Vater und seinen Kindern.
Dabei ist zu beachten, dass Jesus sich vor allem an Jünger wendet (Matthäus 5.1; Lukas 6.20). Manche Fachleute meinen, Lukas beschreibe aufgrund der Unterschiede zwischen den Berichten ein anderes Ereignis als Matthäus. Dieser Abschnitt wird sogar als „Feldrede“ bezeichnet.
Wir vertreten dazu die Auffassung, dass der Meister diese Lehre häufig wiederholt und ihre verschiedenen Themen fest in seine Reden eingebunden hat.
Der Messias Jesus geht hier noch weiter: Trotz der Bosheit, die der menschlichen Natur innewohnt, kann ein Mensch seinen Kindern Gutes geben. Umso bereitwilliger wird Gott, der seinem Wesen nach gut ist, Gutes geben.
Dieser Abschnitt veranschaulicht somit eine außergewöhnliche und grundlegende Wahrheit: Gott hört aufmerksam auf die beharrlichen Gebete seiner Gläubigen. Noch entscheidender ist, dass er bereit ist, sie zu erhören und seinen Kindern Gutes zu geben.