PER140

Das Gleichnis vom Maß

Das Gleichnis vom Maß (PER140) lehrt, dass die Art, wie wir andere beurteilen und behandeln, bestimmt, mit welchem Maß Gott uns seinerseits messen wird. Jesus ruft zu aufmerksamem Zuhören, Gegenseitigkeit, Gerechtigkeit und Großzügigkeit auf. Dieser Grundsatz, der Markus 4.24-25, Matthäus 7.1-2 und Lukas 6.38 gemeinsam ist, steht im Einklang mit der goldenen Regel und bildet das Herzstück christlicher Ethik.

10 Min. Gleichnis vom Maß göttliche Gegenseitigkeit Urteil goldene Regel Gerechtigkeit 12 Verse 3 Bücher

Weiterführende Lektüre

Bibeltexte

Matthäus
Matthäus 7.1-2 ( 1912)

Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet.

Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden.

Markus
Markus 4.24-25 ( 1912)

Und er sprach zu ihnen: Sehet zu, was ihr höret! Mit welcherlei Maß ihr messet, wird man euch wieder messen, und man wird noch zugeben euch, die ihr dies hört.

Denn wer da hat, dem wird gegeben; und wer nicht hat, von dem wird man nehmen, auch was er hat.

Lukas
Lukas 6.38 ( 1912)

Gebt, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überfließend Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messet, wird man euch wieder messen.

Johannes
Johannes ( 1912) im Buch nicht erwähnt

Technische Einzelheiten

Balkendiagramm zum Jahr 31

Ort: Eine kleine Bucht am Ufer des , nahe Kapernaum in Galiläa.

Datum: November oder Dezember 31

Vorgehen: Wir fahren mit Markus fort

Anmerkung zur Vorgehensweise: Obwohl Matthäus und Lukas dasselbe Thema behandeln, scheint uns die von Markus dargestellte zeitliche Abfolge am leichtesten nachvollziehbar zu sein.

Kapernaum

In diesem behandelt der Messias Jesus ein weiteres Thema: die Art, andere zu beurteilen.

Das Gleichnis vom Maß

Das Gleichnis vom Maß

Kommentare

Wir untersuchen die Aussagen des Markus und halten zugleich fest, dass Matthäus und Lukas dieses Thema ebenfalls behandeln, indem sie andere Predigten anführen. Wir ziehen diese Texte heran, um das Verständnis zu vertiefen.

Auch wenn die Themen verschieden sind, bleibt der Grundsatz derselbe: Der Mensch wird auf der Grundlage seiner eigenen Urteile gerichtet werden, wobei Gott als Richter gemeint ist.

- Verständnis des Abschnitts

Aufmerksamkeit und Urteilsvermögen: Der Messias Jesus mahnt seine Zuhörer, darauf zu achten, was sie hören und wie sie auf seine Lehren reagieren. Die Bedeutung aufmerksamen Zuhörens und geistlichen Urteilsvermögens wird betont.

Gegenseitigkeit und Gerechtigkeit: Die Erwähnung des „Maßes“ verweist auf die göttliche Gegenseitigkeit. Mit dem Maß, mit dem wir anderen messen (sie behandeln, beurteilen, ihnen geben), wird uns wiederum gemessen werden. Das ist eine Einladung, Gerechtigkeit, Großzügigkeit und Mitgefühl zu üben.

Verantwortung und Fülle: Wer aufmerksam zuhört und Jesu Lehren umsetzt, wird geistliche Fülle erfahren. Wer dagegen nachlässig ist oder sich nicht darauf einlassen will, wird selbst die kleinen Segnungen verlieren, die er empfangen hat.

Die Abschnitte bei Matthäus und Lukas bekräftigen die Bedeutung von Gegenseitigkeit und Gerechtigkeit in unserem Handeln. Sie verdeutlichen, dass unsere Haltung und unser Verhalten gegenüber anderen unmittelbare Folgen für unser eigenes Leben und unsere Beziehung zu Gott haben.

Die hier genannten Grundsätze erinnern an die goldene Regel, wie sie in Matthäus 7.12 und Lukas 6.31 festgehalten ist. Sie betont, wie wichtig es ist, anderen mit derselben Rücksicht und Achtung zu begegnen, die wir selbst erfahren möchten (PER103).

Diese goldene Regel ist eng mit den Grundsätzen von Gerechtigkeit, Gegenseitigkeit und Maß verbunden, die in Markus 4.24-25, Matthäus 7.2 und Lukas 6.38 genannt werden.

- Verbindung zu Markus 4.24-25

Gerechtigkeit und Gegenseitigkeit: Der Gedanke, dass „mit dem Maß, mit dem ihr messt, euch wiederum gemessen wird“, steht im Einklang mit der goldenen Regel. Er erinnert uns daran, dass unser Handeln gegenüber anderen weitgehend bestimmt, wie wir selbst behandelt werden.

Persönliche Verantwortung: Wie wir dafür verantwortlich sind, wie wir zuhören und die Lehren umsetzen (Markus 4.24-25), tragen wir auch Verantwortung dafür, wie wir andere behandeln (Matthäus 7.12, Lukas 6.31).

Einfühlungsvermögen und Mitgefühl: Beide Versgruppen ermutigen zu einem Leben voller Mitgefühl, Wohlwollen und Einfühlungsvermögen und betonen, dass uns diese Eigenschaften wiederum entgegengebracht werden.

Zusammenfassend bilden die goldene Regel und die Lehren über Gerechtigkeit und Gegenseitigkeit gemeinsam eine feste Grundlage für die christliche Ethik. Sie erinnern uns daran, dass unser Handeln unmittelbare Folgen hat und dass die Art, wie wir andere behandeln, unser Verständnis und unsere Umsetzung der Lehren Jesu widerspiegelt.

Der Messias Jesus wiederholt diese Lehre mehrmals. Seinen Zuhörern erscheinen diese Grundsätze neu. Wer sie in die Tat umsetzt, hebt sich deutlich von anderen ab und wird so zu einem Licht in dieser Welt (PER088 und PER139).