PER100

Die Bergpredigt (16), Sorgen und Ängste

Der Artikel untersucht Jesu Bergpredigt, in der der Glaube Vorrang vor materiellen Sorgen erhält. Anhand von Lehren vor allem aus Matthäus und Lukas zeigt er, wie Jesus seine Jünger dazu ermahnte, auf Gott zu vertrauen.

6 min Glaube Ernsthaftigkeit Jesus Gott materielle Bedürfnisse 7 Verse 3 Bücher

Weiterführende Lektüre

Bibeltexte

Matthäus
Matthäus 6.25-34 ( 1912)

Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung?

Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?

Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget?

Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.

Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist wie derselben eins.

So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr euch tun, o ihr Kleingläubigen?

Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden?

Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet.

Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.

Darum sorgt nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe.

Markus
Markus ( 1912) im Buch nicht erwähnt
Lukas
Lukas 12.22-34 ( 1912)

Er sprach aber zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen sollt, auch nicht für euren Leib, was ihr antun sollt.

Das Leben ist mehr denn die Speise, und der Leib mehr denn die Kleidung.

Nehmet wahr der Raben: die sähen nicht, sie ernten auch nicht, sie haben auch keinen Keller noch Scheune; und Gott nährt sie doch. Wie viel aber seid ihr besser denn die Vögel!

Welcher ist unter euch, ob er schon darum sorget, der da könnte eine Elle seiner Länge zusetzen?

So ihr denn das Geringste nicht vermöget, warum sorgt ihr für das andere?

Nehmet wahr der Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht ist bekleidet gewesen als deren eines.

So denn das Gras, das heute auf dem Felde steht und morgen in den Ofen geworfen wird, Gott also kleidet, wie viel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubigen!

Darum auch ihr, fraget nicht darnach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und fahret nicht hoch her.

Nach solchem allen trachten die Heiden in der Welt; aber euer Vater weiß wohl, das ihr des bedürfet.

Doch trachtet nach dem Reich Gottes, so wird euch das alles zufallen.

Fürchte dich nicht, du kleine Herde! denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben.

Verkaufet, was ihr habt, und gebt Almosen. Machet euch Beutel, die nicht veralten, einen Schatz, der nimmer abnimmt, im Himmel, da kein Dieb zukommt, und den keine Motten fressen.

Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.

Johannes
Johannes ( 1912) im Buch nicht erwähnt

Technische Einzelheiten

Balkendiagramm zum Jahr 31

Ort: Auf der Hochebene unterhalb eines Berges in der Nähe von Kapernaum in Galiläa

Datum: Nach der Passahwallfahrt nach Jerusalem am 5. April 31

Vorgehen: Wir werden mit Matthäus fortfahren, auch wenn Lukas dieses Thema ebenfalls behandelt

Hinweis zum Vorgehen: Matthäus und Lukas überliefern uns diesen Abschnitt über Glauben und Sorgen.

Kapernaum

Glaube und Sorgen, wie der Messias Jesus sie behandelt.

Die Bergpredigt, Sorgen und Ängste

Predigt

Kommentare

Wir untersuchen die Bergpredigt, die in 21 Abschnitte unterteilt ist.

Der Messias Jesus behandelt hier den Grundsatz des Glaubens.

Es geht also um den Glauben, um das Vertrauen darauf, dass Gott die materiellen Bedürfnisse stillt. Wer sich dem Werk Gottes widmet, verzichtet dabei auf die Einkünfte aus eigener Arbeit. Dies veranschaulicht den vorherigen Grundsatz: Man kann nicht zugleich Gott und dem Mammon dienen!

Für denjenigen, der Gott dient, führt der Messias Jesus die Vögel und die Lilien auf dem Feld als Beispiele an, um zu zeigen, dass Gott über seine Jünger wacht. Im Wissen um die menschliche Natur fordert Jesus dreimal dazu auf, sich nicht zu sorgen, und erwähnt einmal die Sorge.

Diese Lebensweise mag ungewöhnlich erscheinen, doch Jesus, der Messias, versichert, dass der wahre Jünger niemals Not leiden wird (Psalmen 37.25). Außerdem weist der Messias Jesus hier darauf hin, dass Sorge einen unzureichenden Glauben widerspiegelt. Dies wird er seinen Jüngern wiederholt vorwerfen (Matthäus 8.26, Matthäus 14.31, Matthäus 16.8).

Dieser Grundsatz schließt unmittelbar an das vorherige Thema des Geldes an. Die Botschaft ist klar: Setzt euch mit Eifer für die Ausbreitung des Reiches Gottes ein. Dann müsst ihr euch nicht um eure eigenen Bedürfnisse sorgen, denn Gott verspricht, für sie zu sorgen.

Der Retter Jesus lässt keine Unklarheiten bestehen und geht entschlossen auf alle Folgen der Hingabe seiner Jünger ein.

Von nun an stützt sich der Jünger auf den Glauben und braucht sich daher nicht mehr um andere Anliegen zu sorgen. Er soll sich allein auf seine Arbeit konzentrieren und seinem Meister alles Weitere überlassen.

Lukas 12.22-34 behandelt dieses Thema zu einem anderen Zeitpunkt im Wirken Jesu, des Messias. Die Apostel müssen den Meister offensichtlich lange und häufig dazu befragt haben, denn sie waren von Jugend an daran gewöhnt, selbst für all ihre Bedürfnisse zu sorgen, und mussten diese Verantwortung nun Gott überlassen.

Diese Veränderung stellt eine große Herausforderung dar, die Ängste auslösen kann.