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Die Versuchung Jesu, des Messias

Dieser Artikel untersucht die Versuchung Jesu in der Wüste anhand der Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas. Jesus wird mit drei symbolischen Prüfungen konfrontiert, die seinen Kampf gegen Versuchungen verdeutlichen, die denen Evas ähneln. Nach dieser Fastenzeit kehrt er nach Galiläa zurück, ein entscheidender Schritt in seinem Wirken.

11 min Jesus Versuchung Wüste Evangelien Symbolik 16 Verse 5 Bücher

Weiterführende Lektüre

Bibeltexte

Matthäus
Matthäus 4.1-11 ( 1912)

Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde.

Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.

Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden.

Und er antwortete und sprach: Es steht geschrieben: “Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht.”

Da führte ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels

und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl tun, und sie werden dich auf Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben: “Du sollst Gott, deinen HERRN, nicht versuchen.”

Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit

und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest.

Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir Satan! denn es steht geschrieben: “Du sollst anbeten Gott, deinen HERRN, und ihm allein dienen.”

Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm und dienten ihm.

Markus
Markus 1.12-13 ( 1912)

Und alsbald trieb ihn der Geist in die Wüste,

und er war allda in der Wüste Tage und ward versucht von dem Satan und war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm.

Lukas
Lukas 4.1-13 ( 1912)

Jesus aber, voll des heiligen Geistes, kam wieder von dem Jordan und ward vom Geist in die Wüste geführt

und ward vierzig Tage lang vom Teufel versucht. Und er aß nichts in diesen Tagen; und da sie ein Ende hatten, hungerte ihn darnach.

Der Teufel aber sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich zu dem Stein, daß er Brot werde.

Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es steht geschrieben: “Der Mensch lebt nicht allein vom Brot, sondern von einem jeglichen Wort Gottes.”

Und der Teufel führte ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der ganzen Welt in einem Augenblick

und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich dir geben und ihre Herrlichkeit; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, welchem ich will.

So du nun mich willst anbeten, so soll es alles dein sein.

Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben: “Du sollst Gott, deinen HERRN, anbeten und ihm allein dienen.”

Und er führte ihn gen Jerusalem und stellte ihn auf des Tempels Zinne und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich von hinnen hinunter

denn es steht geschrieben: “Er wird befehlen seinen Engeln von dir, daß sie dich bewahren

und auf den Händen tragen, auf daß du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stößt.”

Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: “Du sollst Gott, deinen HERRN, nicht versuchen.”

Und da der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeitlang.

Johannes
Johannes ( 1912) im Buch nicht erwähnt

Technische Einzelheiten

Balkendiagramm zum Jahr 29

Ort: Die Wüste Judäas in der Gegend von Jerusalem

Datum: Vom 10. Oktober bis zum 19. November 29

Vorgehen: Wir fahren mit Markus fort

Hinweis zum Vorgehen: Die Chronologie des Markus ist genauer

Karte der Reise von Betanien in die Wüste Judäas

Die vierzigtägige Zeit der Versuchung beginnt etwa sechs Tage nach der Taufe.

Die Versuchung Jesu, des Messias, in der Wüste

Die Versuchung Jesu

Kommentare

Die Berichte der drei Evangelisten über die Zeit der Versuchung Jesu, des Messias, ähneln einander. Nach Markus dauerte sie 40 Tage. Rechnen wir die Reisezeiten und einen Tag der Erholung hinzu, an dem die Engel Jesus dienen, ergibt sich ein Zeitraum vom 7. Oktober bis zum 20. November des Jahres 29.

Alle Verfasser betonen, dass Jesus während dieser Zeit auf Nahrung verzichtete. Das ist plausibel, denn ein so langer Verzicht auf Wasser wäre für einen Menschen körperlich unerträglich.

Diese 40 Tage erinnern an die 40 Jahre, in denen das jüdische Volk durch die Wüste wanderte. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Ereignis rein symbolisch ist. Matthäus erwähnt ausdrücklich „40 Nächte“ und bekräftigt damit Jesu körperliche Anwesenheit in der Wüste Judäas. Er zeigt so, dass Symbolik die historische Wirklichkeit nicht ausschließt.

Über das Gespräch zwischen dem Versucher und Jesus werden nur wenige Einzelheiten mitgeteilt. Während Jesu körperliche Anwesenheit feststeht, bleibt die Art des Erscheinens des Teufels unbekannt. Man nimmt an, dass der Versucher Jesu Gedanken beeinflusste und dadurch dieses Gespräch auslöste.

Die drei beschriebenen Versuchungen sind in den Berichten identisch, obwohl Lukas die Reihenfolge der letzten beiden umkehrt. Matthäus richtet sich an ein jüdisches Publikum und endet mit der ausschließlichen Anbetung Gottes. Lukas spricht dagegen Nichtjuden an und schließt mit der Aufforderung zum Selbstmord, der die Rettung der Menschheit beendet hätte.

Nach diesen Schlussfolgerungen war Jesus am 9. Oktober 29 zum Fest (Laubhüttenfest) in Jerusalem und begann am folgenden Tag zu fasten. Johannes der Täufer und seine Jünger begleiteten ihn wahrscheinlich nicht.

Aus finanziellen Gründen konnten nicht alle Juden die drei jährlichen Pilgerreisen unternehmen und gaben oft dem Passahfest den Vorrang. Jesus scheint diese Reise allein unternommen zu haben, während Johannes und seine Jünger das Fest in Betanien jenseits des Jordans feierten.

Nach dem Fest geht Jesus in die Wüste Judäas nahe Jerusalem und beginnt eine Zeit des Fastens und der Versuchung. Der Vergleich mit Evas Versuchung im Garten Eden ist bemerkenswert und lässt drei Gemeinsamkeiten erkennen:

Der Teufel spricht das Bedürfnis nach Nahrung an (1. Mose 3.1-3 und Matthäus 4.3 oder Lukas 4.3).
Der Teufel bietet einen persönlichen Vorteil an (1. Mose 3.4-5 und Matthäus 4.6 oder Lukas 4.9).
Der Teufel bietet Macht oder Ruhm an (1. Mose 3.5 und Matthäus 4.8-9 oder Lukas 4.5-7).

Diese Ähnlichkeit macht die Handschrift Satans deutlich (1. Johannes 2.16), der Gottes Wort verdreht (1. Mose 3.4 und Matthäus 4.6 oder Lukas 4.9).

Nach 44 Tagen begibt sich Jesus nach Galiläa und begegnet einem fünften Jünger.