PER297

Die Messianität Jesu

Im Vorhof des Tempels von Jerusalem befragt Jesus am Dienstag vor seiner Passion die Pharisäer nach der Identität des Messias. Mit dem Zitat aus Psalm 110 offenbart er, dass der Messias zugleich Sohn Davids dem Fleisch nach und ewiger Herr seiner Gottheit nach ist, und bringt so seine Gegner zum Verstummen, die ohne Antwort bleiben. Eine grundlegende christologische Aussage über die doppelte Natur Jesu.

11 min Messianität Jesus, der Messias Sohn Davids Psalm 110 doppelte Natur Christi 14 Verse 14 Bücher

Weiterführende Lektüre

Bibeltexte

Matthäus
Matthäus 23.1-39 ( 1912)

Da redete Jesus zu dem Volk und zu seinen Jüngern

und sprach: Auf Mose's Stuhl sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer.

Alles nun, was sie euch sagen, daß ihr halten sollt, das haltet und tut's; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht tun: sie sagen's wohl, und tun's nicht.

Sie binden aber schwere und unerträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf den Hals; aber sie selbst wollen dieselben nicht mit einem Finger regen.

Alle ihre Werke aber tun sie, daß sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre Denkzettel breit und die Säume an ihren Kleidern groß.

Sie sitzen gern obenan über Tisch und in den Schulen

und haben's gern, daß sie gegrüßt werden auf dem Markt und von den Menschen Rabbi genannt werden.

Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister, Christus; ihr aber seid alle Brüder.

Und sollt niemand Vater heißen auf Erden, denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist.

Und ihr sollt euch nicht lassen Meister nennen; denn einer ist euer Meister, Christus.

Der Größte unter euch soll euer Diener sein.

Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht.

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließet vor den Menschen! Ihr kommt nicht hinein, und die hinein wollen, laßt ihr nicht hineingehen.

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr der Witwen Häuser fresset und wendet lange Gebete vor! Darum werdet ihr desto mehr Verdammnis empfangen.

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr Land und Wasser umziehet, daß ihr einen Judengenossen macht; und wenn er's geworden ist, macht ihr aus ihm ein Kind der Hölle, zwiefältig mehr denn ihr seid!

Weh euch, verblendete Leiter, die ihr sagt: “Wer da schwört bei dem Tempel, das ist nichts; wer aber schwört bei dem Gold am Tempel, der ist's schuldig.”

Ihr Narren und Blinden! Was ist größer: das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt?

“Wer da schwört bei dem Altar, das ist nichts; wer aber schwört bei dem Opfer, das darauf ist, der ist's schuldig.”

Ihr Narren und Blinden! Was ist größer: das Opfer oder der Altar, der das Opfer heiligt?

Darum, wer da schwört bei dem Altar, der schwört bei demselben und bei allem, was darauf ist.

Und wer da schwört bei dem Tempel, der schwört bei demselben und bei dem, der darin wohnt.

Und wer da schwört bei dem Himmel, der schwört bei dem Stuhl Gottes und bei dem, der darauf sitzt.

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr verzehntet die Minze, Dill und Kümmel, und laßt dahinten das Schwerste im Gesetz, nämlich das Gericht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Dies soll man tun und jenes nicht lassen.

Ihr verblendeten Leiter, die ihr Mücken seihet und Kamele verschluckt!

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Becher und Schüsseln auswendig reinlich haltet, inwendig aber ist's voll Raubes und Fraßes!

Du blinder Pharisäer, reinige zum ersten das Inwendige an Becher und Schüssel, auf das auch das Auswendige rein werde!

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr gleich seid wie die übertünchten Gräber, welche auswendig hübsch scheinen, aber inwendig sind sie voller Totengebeine und alles Unflats!

Also auch ihr: von außen scheint ihr den Menschen fromm, aber in wendig seid ihr voller Heuchelei und Untugend.

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr der Propheten Gräber bauet und schmücket der Gerechten Gräber

und sprecht: Wären wir zu unsrer Väter Zeiten gewesen, so wollten wir nicht teilhaftig sein mit ihnen an der Propheten Blut!

So gebt ihr über euch selbst Zeugnis, daß ihr Kinder seid derer, die die Propheten getötet haben.

Wohlan, erfüllet auch ihr das Maß eurer Väter!

Ihr Schlangen und Otterngezücht! wie wollt ihr der höllischen Verdammnis entrinnen?

Darum siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; und deren werdet ihr etliche töten und kreuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in ihren Schulen und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der anderen;

auf daß über euch komme all das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut des gerechten Abel an bis auf das Blut des Zacharias, des Sohnes Berechja's, welchen ihr getötet habt zwischen dem Tempel und dem Altar.

Wahrlich ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen.

Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt!

Siehe, euer Haus soll euch wüst gelassen werden.

Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN!

Markus
Markus 12.38-40 ( 1912)

Und er lehrte sie und sprach zu ihnen: Sehet euch vor vor den Schriftgelehrten, die in langen Kleidern gehen und lassen sich gern auf dem Markte grüßen

und sitzen gern obenan in den Schulen und über Tisch beim Gastmahl;

sie fressen der Witwen Häuser und wenden langes Gebet vor. Diese werden desto mehr Verdammnis empfangen.

Lukas
Lukas 20.45-47 ( 1912)

Da aber alles Volk zuhörte, sprach er zu seinen Jüngern:

Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die da wollen einhertreten in langen Kleidern und lassen sich gerne grüßen auf dem Markte und sitzen gern obenan in den Schulen und über Tisch;

sie fressen der Witwen Häuser und wenden lange Gebete vor. Die werden desto schwerere Verdammnis empfangen.

Johannes
Johannes ( 1912) im Buch nicht erwähnt

Technische Einzelheiten

Jahr 33 n. Chr.

Ort: Der Vorhof des Tempels von Jerusalem

Datum: Dienstag, 29. März 33 n. Chr.

Vorgehen: Wir fahren mit Markus fort

Hinweis zum Vorgehen: Matthäus und Lukas berichten ebenfalls von dieser Rede

Karte von Jerusalem und Umgebung
Balkendiagramm Dienstag, 29. März

Der Messias Jesus wendet sich nun dem Thema seiner Messianität zu.

Kommentare

Im Verlauf der verschiedenen öffentlichen Auftritte des Messias Jesus lernen wir den Ablauf seiner Tage im Tempel von Jerusalem kennen. Er lehrte dort jeden Tag und wurde häufig von religiösen Führern angesprochen, die aus Eifersucht oder Feindseligkeit versuchten, ihn mit ihren Fragen in eine Falle zu locken, in der Hoffnung, ihn vor dem Volk in Misskredit zu bringen. Dennoch hörte das Volk ihm trotz ihrer böswilligen Absichten bewundernd zu. Es war ja Zeuge seiner Wunder, seiner Heilungen und der Befreiungen geworden, die nur Gott vollbringen konnte. Es sah auch, wie Jesus, ein Mann aus dem Volk, den religiösen Autoritäten die Stirn bot und den Gesetzesgelehrten standhielt, ohne jemals bei einem Fehler ertappt zu werden. Für viele war es ein bewegender Anblick: einen Lehrer voller Vollmacht, aber ohne Überheblichkeit zu sehen, der diejenigen in ihre Schranken wies, die sie seit so langer Zeit durch ihr Wissen und ihre Stellung beherrscht hatten.

Doch nun wechselt die Szene: Der Meister wird zum Fragenden. Nachdem er lange befragt worden ist, ergreift er seinerseits die Initiative und stellt eine grundlegende Frage zur Identität des Messias. Nur Matthäus 22.41 hebt hervor, dass es Jesus ist, der jetzt das Wort ergreift, um die zu befragen, während das ganze Volk mit tiefer Aufmerksamkeit zuhört.

In Matthäus 22.41-46, Markus 12.35-37 und Lukas 20.41-44 fragt Jesus: „ Was denkt ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er? “ Die antworten: „ Davids. “ Da zitiert Jesus den Psalm Davids:

Psalmen 110.1 ( 1912) :
Ein Psalm Davids. Der HERR sprach zu meinem Herrn: “Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege.”

(Oder Psalmen 109.1 nach der anderen Zählung.) Mit diesem Zitat offenbart der Messias Jesus ein Geheimnis, das die Gesetzeslehrer nicht begriffen hatten: Wenn David den Messias „mein Herr“ nennt, wie kann er dann zugleich sein Nachkomme sein?

Jésus montre ainsi que le Messie n’est pas un simple héritier royal, mais qu’il possède une nature supérieure : il est à la fois Fils de David selon la chair et Seigneur de David par sa divinité (Römer 1.3-4). Il met ainsi en lumière la limite de leur compréhension purement terrestre du Royaume et du rôle du Messie. Les et scribes attendaient un roi humain, un libérateur politique qui les délivrerait du joug . Mais Jésus leur révèle un Messie spirituel, venu instaurer le règne de Dieu dans les cœurs (Johannes 18.36).

Angesichts dieser Offenbarung bleiben die Gegner des Herrn sprachlos: „ Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und von diesem Tag an wagte es auch niemand mehr, ihm eine Frage zu stellen “ (Matthäus 22.46). Das Schweigen der Gesetzeslehrer wird zu einem Zeugnis der göttlichen Weisheit, die alles menschliche Verstehen übersteigt. Diese Stellen bekräftigen mit Nachdruck die doppelte Natur des Messias Jesus: ganz Mensch, Erbe Davids, und ganz Gott, Herr und verherrlichter König, der zur Rechten des Vaters sitzt (Hebräer 1.3-4).

So will Jesus mit dieser letzten Frage nicht mehr diskutieren: Er offenbart, wer er wirklich ist – der Sohn Gottes, vor Abraham, vor David, von aller Ewigkeit her bestehend (Johannes 8.58).