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Das Gleichnis vom aufdringlichen Freund

Das Gleichnis vom zudringlichen Freund (Lukas 11.5-13), das nur im Lukasevangelium vorkommt, schließt sich an die Unterweisung über das Vaterunser an. Jesus lehrt darin die Beharrlichkeit im Gebet: Wenn ein Freund schließlich dem Drängen nachgibt, wie viel großzügiger wird Gott denen geben, die ihn im Glauben bitten, und sogar den Heiligen Geist denen schenken, die darum bitten.

7 min Gleichnis zudringlicher Freund Gebet Beharrlichkeit Lukas 8 Verse 2 Bücher

Weiterführende Lektüre

Bibeltexte

Matthäus
Matthäus ( 1912) im Buch nicht erwähnt
Markus
Markus ( 1912) im Buch nicht erwähnt
Lukas
Lukas 11.5-13 ( 1912)

Und er sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, der einen Freund hat und ginge zu ihm zu Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leihe mir drei Brote;

denn es ist mein Freund zu mir gekommen von der Straße, und ich habe nicht, was ich ihm vorlege;

und er drinnen würde antworten und sprechen: Mache mir keine Unruhe! die Tür ist schon zugeschlossen, und meine Kindlein sind bei mir in der Kammer; ich kann nicht aufstehen und dir geben.

Ich sage euch: Und ob er nicht aufsteht und gibt ihm, darum daß er sein Freund ist, so wird er doch um seines unverschämten Geilens willen aufstehen und ihm geben, wieviel er bedarf.

Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.

Denn wer da bittet, der nimmt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.

Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater ums Brot, der ihm einen Stein dafür biete? und, so er um einen Fisch bittet, der ihm eine Schlange für den Fisch biete?

oder, so er um ein Ei bittet, der ihm einen Skorpion dafür biete?

So denn ihr, die ihr arg seid, könnet euren Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Johannes
Johannes ( 1912) im Buch nicht erwähnt

Technische Einzelheiten

Jahr 32

Ort: Der Ölberg gegenüber von Jerusalem

Datum: Ende November oder Anfang Dezember 32 n. Chr.

Vorgehensweise: Wir fahren mit Lukas fort

Anmerkung zur Vorgehensweise: Lukas ist der Einzige, der von dieser Reise nach Jerusalem berichtet

Karte Ölberg

Der Messias Jesus unterweist seine Jünger mit einem Gleichnis.

Das Gleichnis vom aufdringlichen Freund

Der zudringliche Freund (zweite Fassung)

Unmittelbarer Zusammenhang

Das vom zudringlichen Freund bei Lukas 11.5-13 fügt sich ganz natürlich in den Verlauf des vorangehenden Textes ein, ja es ist dessen unmittelbare Fortsetzung.

Unmittelbarer Zusammenhang

Unmittelbar vor diesem lehrt Jesus seine Jünger das „Vaterunser“ (Lukas 11.1-4). Es ist ein schlichtes Gebet, das sich auf die Beziehung zu Gott, die Vergebung, die tägliche Abhängigkeit und den Schutz vor dem Bösen konzentriert.

Der logische Zusammenhang mit dem Gleichnis

Fließender Übergang: Nachdem der Messias Jesus ein Mustergebet gegeben hat, veranschaulicht er, wie man beten soll, nämlich mit Beharrlichkeit und Vertrauen. Das beantwortet eine unausgesprochene Frage: Hört Gott unsere Gebete wirklich?

Zentrales Thema: Das betont das beharrliche Bitten im Gebet, und die folgenden Verse (Lukas 11.9-13) verstärken diesen Gedanken mit den Verben „bittet“, „sucht“, „klopft an“.

Offenbarung des Herzens Gottes: Während der Freund schließlich wegen der Zudringlichkeit nachgibt, gibt Gott gern, und sogar den Heiligen Geist, die höchste Gabe.

Was uns das lehrt

Das Gebet ist nicht bloß eine Formel, die man aufsagt, sondern eine lebendige Beziehung zu einem Gott, der zuhört.

Der Messias Jesus möchte, dass seine Jünger verstehen: Gott ist nicht wie der zögernde Freund, er ist viel großzügiger und aufmerksamer. Die Stelle drängt uns, beharrlich zu bleiben, auch wenn die Antwort auf sich warten lässt.

Kurz gesagt: Lukas 11.5-13 taucht nicht aus dem Nichts auf, sondern fließt ganz natürlich aus dem „Vaterunser“ und vertieft das Thema des Gebets, indem es das Wesen des Gottes offenbart, an den wir uns wenden.

Dieses wurde von Lukas nicht zufällig hier eingefügt, sondern gehört zur Beweisführung des Messias Jesus.

Das vom zudringlichen Freund steht ausschließlich im Evangelium nach Lukas (Lukas 11.5-8). Es gehört zum Sondergut dieses Evangelisten, denn man findet es weder bei Matthäus noch bei Markus noch bei Johannes.

Warum nur bei Lukas?

Lukas schenkt dem Gebet besondere Aufmerksamkeit, er stellt den Messias Jesus als Mann des Gebets dar und betont, wie wichtig Beharrlichkeit ist.

Barmherzigkeit und Mitgefühl: Dieses veranschaulicht einen Gott, der antwortet, nicht aus Verärgerung, sondern aus Liebe.

Die Ausgegrenzten und Randständigen : Der Freund, der nachts an die Tür klopft, ist eine Gestalt der Verletzlichkeit, ein Thema, das Lukas am Herzen liegt.

Ähnliche Gleichnisse anderswo?

Auch wenn dieses nur bei Lukas vorkommt, finden sich verwandte Lehren:

Das von der Witwe und dem ungerechten Richter (Lukas 18.1-8), das ebenfalls nur bei Lukas steht, betont das beharrliche Gebet.

Matthäus 7.7-11 greift die Worte vom „Bitten, Suchen, Anklopfen“ auf, jedoch ohne das vom Freund.

Der