Diese Abschnitte sprechen von Herodes Antipas, dem Statthalter von Galiläa, der Johannes den Täufer ermorden ließ, um die Bitte der Salome, der Tochter seiner Frau Herodias, zu erfüllen.
Herodes Antipas verband die beiden Messiasse miteinander: Johannes den Täufer, den priesterlichen Messias, und Jesus, den königlichen Messias. Gerüchte gingen im Volk um und drangen an sein Ohr. Manche sagten, Jesus sei der auferstandene Johannes der Täufer oder Elia oder ein Prophet. Wie dem auch sei, Antipas hielt ihn für Johannes den Täufer, der wieder zum Leben erwacht war.
Daraus folgt, dass dieser Mord das Leben des Antipas geprägt hat und dass er immer noch an Johannes den Täufer dachte.
Vergleichen wir die drei betreffenden Texte: Matthäus 14.1-2, Markus 6.14-16 und Lukas 9.7-9. Alle diese Abschnitte sprechen von der Reaktion des Herodes auf Jesus.
Matthäus 14.1-2
Übereinstimmung:
Herodes hört von Jesus und glaubt, es handle sich um Johannes den Täufer, der von den Toten auferstanden ist.
Unterschiede:
Matthäus erwähnt ausdrücklich, dass es Herodes der Tetrarch ist.
Er äußert sich zu den Wundern, die mit Jesus verbunden sind, und sagt, Johannes sei auferstanden und deshalb wirkten diese Wunderkräfte in ihm.
Markus 6.14-16
Übereinstimmung:
Herodes hört von Jesus und glaubt, er sei der auferstandene Johannes der Täufer.
Unterschiede:
Markus erwähnt Herodes ebenfalls in ähnlicher Weise, gibt aber mehr Einzelheiten über die anderen Meinungen im Volk: Manche sagen, Jesus sei Elia oder ein Prophet wie die der Vergangenheit.
Herodes beharrt persönlich darauf, dass Jesus Johannes der Täufer ist, den er hatte enthaupten lassen und der auferstanden ist.
Lukas 9.7-9
Übereinstimmung:
Herodes hört von Jesus und ist ratlos, da er die Nachricht erhält, Jesus sei entweder der auferstandene Johannes der Täufer oder Elia.
Unterschiede:
Lukas konzentriert sich mehr auf die Verwirrung des Herodes und seinen Wunsch, Jesus zu sehen.
Er hebt die verschiedenen Gerüchte hervor und mutmaßt, Jesus sei einer der alten, auferstandenen Propheten.
Zusammenfassung
PÜbereinstimmungen:
Alle drei Texte sprechen von der Ratlosigkeit des Herodes angesichts Jesu.
Die drei Abschnitte erwähnen den Gedanken, dass Jesus der auferstandene Johannes der Täufer sein könnte.
Unterschiede:
Matthäus und Markus legen mehr Gewicht auf die Identität des Herodes und die mit Jesus verbundenen Wunder.
Markus und Lukas erwähnen weitere Gerüchte im Volk, insbesondere Elia und die Propheten der Vergangenheit.
Lukas betont besonders die Neugier des Herodes und seinen Wunsch, Jesus persönlich zu begegnen.
Diese drei Fassungen ergänzen einander, sodass wir diese komplexe Situation besser erfassen können.
Es ist bemerkenswert, dass der Ruf des Messias Jesus bedeutend genug war, um die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich zu ziehen. Tatsächlich wurden alle Volksbewegungen von den Behörden genau analysiert, die sich bemühten, die ersten Anzeichen eines möglichen Aufstands zu erkennen, um ihn rasch einzudämmen.