Zwei Gleichnisse begleiten die an die Jünger Johannes des Täufers zum Fasten. Lukas hat sie im Anschluss an das Mahl bei Levi aufgezeichnet (PER067), doch erscheint es sinnvoller, sie entsprechend den Berichten von Markus und Matthäus zusammenzustellen.
Diese Gleichnisse erläutern die . Mit diesen Bildern möchte der Meister seine Darlegung verdeutlichen. Er stellt die Riten des Judentums infrage, auf denen die Erziehung dieser Männer beruht — ein gefährliches Unterfangen. Schließlich tastet niemand das Gesetz des Mose an!
Die Botschaft wird deutlich: Das alte Gewand steht für das Judentum, das neue Kleid symbolisiert das Christentum. Die hier vorgeschlagene grundlegende Veränderung verlangt, das Erste aufzugeben und das Zweite anzunehmen.
Damit er richtig verstanden wird, führt der Messias Jesus ein zweites an: Wein in neuen Schläuchen. Auch hier ist kein Kompromiss möglich, denn sonst droht der Verlust von allem. Die alten Schläuche des Judentums werden durch die neuen des Christentums ersetzt. Der Wein, Sinnbild des neuen Lebens der Menschen, muss unbedingt in neue Schläuche gefüllt werden.
Jeder muss sich also entscheiden. Der Messias Jesus betont, dass Johannes der Täufer durch seine Verkündigung der Umkehr lediglich ein altes Kleid geflickt hat. Er selbst bietet hingegen ein neues Kleid oder einen neuen Schlauch an: Sinnbilder eines grundlegenden Lebenswandels, der den Menschen einer besseren Bestimmung entgegenführt.
So stellt sich diesen aufrichtigen Männern, die noch zu sehr an Johannes dem Täufer und am Judentum hängen, die Frage: Welchem Meister wollen sie künftig folgen?