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Die Ebene Dura: Lage und geographischer Zusammenhang

Daniel 3.1 ne se contente pas d’indiquer que la statue fut dressée quelque part dans l’Empire babylonien. Le texte donne deux renseignements : elle se…

11 min 7 Verse 1 Buch

1. Die geographische Angabe von Daniel 3.1

Daniel 3.1 begnügt sich nicht damit anzugeben, dass das Standbild irgendwo im Babylonischen Reich errichtet wurde. Der Text liefert zwei Angaben:

  • es steht in der „Ebene Dura“;
  • diese Ebene gehört zur „Provinz Babel“.

Diese letzte Angabe ist wichtig. Der gesuchte Ort muss im Verwaltungsgebiet liegen, das zu Babylon gehört, und nicht einfach in irgendeiner Gegend des riesigen Raumes, den Nebukadnezar beherrschte.

Die Erzählung verlegt das Geschehen also mitten ins Zentrum der babylonischen Macht.

2. Was bedeutet „Dura“?

Der Name Dura wird gewöhnlich mit einer semitischen Wurzel in Verbindung gebracht, die eine Umfriedung, eine Mauer oder einen von einer Mauer umgebenen Raum bezeichnet.

Dieser Ursprung erklärt, warum verwandte Formen in mehreren antiken Ortsnamen vorkommen.

Das Wort ist daher nicht unbedingt der Name einer einzigen Stadt, die berühmt genug wäre, um eine sofortige Identifizierung zu erlauben.

Diese Lage verlangt eine erste methodische Vorsicht: Die Entdeckung einer antiken Stätte mit einem Dura verwandten Namen genügt nicht, um zu beweisen, dass es sich um das Dura von Daniel 3 handelt.

3. Dura-Europos ist nicht die naheliegende Lösung

Der Name Dura erinnert manchmal sofort an Dura-Europos, eine bedeutende antike Stadt am Euphrat im heutigen Syrien.

Diese Identifizierung passt jedoch nicht von selbst zu Daniel 3.1.

Dura-Europos liegt weit nordwestlich von Babylon, und seine bekannte städtische Geschichte gehört größtenteils in Zeiten nach der neubabylonischen Epoche. Vor allem verortet Daniel sein Dura ausdrücklich „in der Provinz Babel“.

Die bloße Ähnlichkeit des Namens ist daher kein ausreichendes Argument.

Das Dura Daniels ist vorrangig im babylonischen Umfeld zu suchen.

4. Mehrere Orte konnten diesen Namen tragen

Die Hauptschwierigkeit rührt gerade von dem verhältnismäßig häufigen Charakter des Ortsnamens her.

Mesopotamische Dokumente kennen mehrere Ortsnamen, die auf einer mit dūru verwandten Form beruhen. Es konnte sich um Siedlungen, befestigte Bezirke oder Orte handeln, deren Name auf eine Umfriedung zurückging.

Es ist daher durchaus möglich, dass es in der Provinz Babel ein „Dura“ gab, ohne dass seine moderne Identifizierung gesichert wäre.

Diese Lage ist nicht außergewöhnlich. Zahlreiche kleine antike Ortsnamen sind aus Texten bekannt, ohne dass sie mit absoluter Gewissheit auf einer modernen Karte lokalisiert werden könnten.

5. Der Vorschlag einer Stätte südlich von Babylon

Eine in der älteren Literatur zu Daniel häufig erwähnte Identifizierung verortet die Ebene Dura in der Nähe von Babylon, in einem Gebiet, in dem Überreste beobachtet wurden, die zu einem monumentalen Bauwerk gehören könnten.

Einige Autoren haben die Erzählung namentlich mit den Überresten einer bedeutenden Ziegelstruktur in Verbindung gebracht, die als Sockel eines Monuments hätte dienen können.

Dieser Vorschlag ist interessant, weil er den von Daniel gegebenen allgemeinen Rahmen wahrt: eine Ebene, die zur Provinz Babel gehört und nahe genug am Zentrum der Macht liegt, um eine große Verwaltungszeremonie aufzunehmen.

Er bleibt gleichwohl Vermutung.

Keine auf der Stätte entdeckte Inschrift besagt: „Standbild Nebukadnezars“, und keine erlaubt es, das Bauwerk unmittelbar mit Daniel 3 zu identifizieren.

Es wäre daher übertrieben, diese Überreste als die wiedergefundenen Fundamente des Standbilds darzustellen.

6. Warum eine Ebene?

Die Wahl einer Ebene entspricht gut der Funktion, die dem Monument in der Erzählung zugeschrieben wird.

Ein Standbild von etwa 27 bis 30 Metern Höhe musste aus großer Entfernung sichtbar sein, besonders in einer offenen Landschaft.

Die Zeremonie sollte zudem eine große Zahl von Amtsträgern versammeln: Satrapen, Statthalter, Landpfleger, Richter, Schatzmeister, Räte und weitere Provinzbehörden (Daniel 3.2-3).

Ein offener Raum erleichterte daher:

  • die Sichtbarkeit des Monuments;
  • die Versammlung der Teilnehmer;
  • die Organisation der Zeremonie;
  • das Hören des Musiksignals;
  • das gemeinsame Niederwerfen.

Die vom Text beschriebene Geographie entspricht somit den praktischen Erfordernissen der Zeremonie.

7. Ein Monument, das gesehen werden soll

Die Lage in einer Ebene hat auch eine offensichtliche symbolische Funktion.

Das Standbild ist nicht in einem Innenraum aufgestellt, der einigen Priestern oder Würdenträgern vorbehalten wäre. Es wird in einer Umgebung errichtet, die eine öffentliche Kundgebung ermöglicht.

Seine Riesenhaftigkeit verstärkt diese Dimension.

Mit einer Höhe von ungefähr 30 Metern überragte das Monument zwangsläufig die um es versammelten Menschen.

Die monumentale Architektur wird so zu einem Instrument der Machtdarstellung.

In der antiken Welt erfüllten Paläste, Tempel, Mauern, monumentale Tore und Standbilder nicht nur praktische Funktionen. Sie vermittelten auch eine Botschaft über die Macht des Herrschers, der Stadt oder der Gottheiten, mit denen sie verbunden waren.

8. Ist die Nähe zu Babylon wahrscheinlich?

Daniel gibt nur an, dass die Ebene „in der Provinz Babel“ liegt. Er sagt nicht, dass sie sich unmittelbar neben der Stadt befindet.

Man muss also vermeiden, die Nähe zu Babylon zu einer Textangabe zu machen.

Eine von der Hauptstadt aus verhältnismäßig leicht erreichbare Lage wäre jedoch mit dem Verwaltungscharakter der Zeremonie vereinbar.

Nebukadnezar ruft zahlreiche hohe Amtsträger zusammen. Die Organisation einer solchen Versammlung wäre in einer Gegend erleichtert gewesen, die über die nötige Infrastruktur verfügte und eng genug mit dem Zentrum der Macht verbunden war.

Diese Überlegung macht eine Lage im weiteren Umfeld Babylons plausibel, ohne dass sich eine genaue Entfernung bestimmen ließe.

9. Die Ebene Dura und die Geschichtlichkeit der Erzählung

Das Fehlen einer sicheren Identifizierung von Dura wurde bisweilen in den Diskussionen über die Geschichtlichkeit von Daniel 3 verwendet.

Dieses Argument muss mit Vorsicht gehandhabt werden.

Die gegenwärtige Unmöglichkeit, einen antiken Ortsnamen zu lokalisieren, beweist seine Nichtexistenz nicht. Die Geographie des Alten Orients kennt sehr viele Stätten, deren antiker Name unsicher bleibt, sowie zahlreiche aus Texten bekannte Namen, deren genaue Lage umstritten ist.

Umgekehrt wäre es ebenso unzutreffend, einen vorgeschlagenen Ort als sichere archäologische Bestätigung der Erzählung darzustellen.

Die strengste Haltung besteht daher darin, drei Ebenen zu unterscheiden:

Sichere Textangabe: Daniel verortet das Standbild in einer Ebene namens Dura, in der Provinz Babel.

Geschichtlich plausible Angabe: In Mesopotamien gab es Ortsnamen, die auf einer mit Dura verwandten Form beruhten.

Unsichere Angabe: Die genaue Lage der in Daniel 3 erwähnten Ebene ist gegenwärtig nicht mit Sicherheit festgestellt.

10. Was die Archäologie beweisen könnte

Um zu einer wirklich soliden Identifizierung zu gelangen, bräuchte man übereinstimmende Anhaltspunkte.

Eine Inschrift, die den antiken Namen des Ortes nennt, wäre besonders wichtig.

Eine Inschrift, die Nebukadnezar oder ein königliches Monument erwähnt, würde die Identifizierung noch erheblich stärken.

Die archäologische Datierung müsste ebenfalls dem 6. Jahrhundert v. Chr. entsprechen.

Schließlich müsste die Art der Überreste mit der Art der Versammlung und des Monuments vereinbar sein, die in Daniel 3 beschrieben werden.

Ohne ein solches Bündel von Beweisen bleibt eine Identifizierung eine Hypothese.

11. Eine geographische Angabe, die bedeutsam bleibt

Die moderne Unsicherheit über die genaue Lage macht die Angabe Daniels nicht nutzlos.

Im Gegenteil: Die Erwähnung von Dura zeigt, dass die Erzählung in einer konkreten geographischen Umgebung spielt: einer bestimmten Ebene, die zur Provinz Babel gehört.

Der Erzähler verlegt das Ereignis nicht in einen unbestimmten Raum.

Dieses Merkmal entspricht anderen geographischen Angaben des Buches: Susa in der Provinz Elam (Daniel 8.2), der Fluss Ulai (Daniel 8.2, 16) oder der Tigris (Daniel 10.4).

Das Buch verankert seine Erzählungen und Visionen regelmäßig in identifizierbaren geographischen Rahmen, auch wenn ihre genaue Lage heute Gegenstand von Diskussionen sein kann.

12. Schlussfolgerung

Die „Ebene Dura“ aus Daniel 3.1 ist als ein wirklicher Ort zu betrachten, der nach dem Text in der Provinz Babel liegt.

Der Name selbst ist mit der semitischen und mesopotamischen Namenkunde vereinbar, aber nicht spezifisch genug, um eine automatische Gleichsetzung mit einer Stätte mit ähnlich klingendem Namen zu erlauben.

Mehrere Lokalisierungen wurden vorgeschlagen, namentlich im Umfeld von Babylon, doch keine verfügt derzeit über einen archäologischen Nachweis, der eine endgültige Schlussfolgerung erlaubte.

Diese Unsicherheit ist weder eine Widerlegung der Erzählung noch eine archäologische Bestätigung derselben.

Die strengste Formulierung bleibt daher: Daniel verortet das Standbild in einer Ebene namens Dura innerhalb der Provinz Babel; die Existenz eines solchen Ortsnamens ist mit dem mesopotamischen Zusammenhang vereinbar, aber der genaue Ort bleibt unsicher.