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Das Gleichnis von den Weingärtnern

Das Gleichnis von den Weingärtnern (Mt 21.33-46; Mk 12.1-12; Lk 20.9-19), am Kardienstag im Vorhof des Tempels gesprochen, veranschaulicht allegorisch die Heilsgeschichte: Gott sendet Propheten und dann seinen Sohn, den die religiösen Führer verwerfen und töten. Der Weinberg wird der Kirche übertragen, ohne dass dem jüdischen Volk damit die Tür verschlossen wird, denn es kann zum Glauben finden.

4 Min. Gleichnis von den Weingärtnern Jesus Tempel von Jerusalem Synopse Karwoche 3 Verse 3 Bücher

Weiterführende Lektüre

Bibeltexte

Matthäus
Matthäus 21.33-46 ( 1912)

Höret ein anderes Gleichnis: Es war ein Hausvater, der pflanzte einen Weinberg und führte einen Zaun darum und grub eine Kelter darin und baute einen Turm und tat ihn den Weingärtnern aus und zog über Land.

Da nun herbeikam die Zeit der Früchte, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, daß sie seine Früchte empfingen.

Da nahmen die Weingärtner seine Knechte; einen stäupten sie, den andern töteten sie, den dritten steinigten sie.

Abermals sandte er andere Knechte, mehr denn der ersten waren; und sie taten ihnen gleichalso.

Darnach sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen.

Da aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: Das ist der Erbe; kommt laßt uns ihn töten und sein Erbgut an uns bringen!

Und sie nahmen ihn und stießen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn.

Wenn nun der Herr des Weinberges kommen wird, was wird er diesen Weingärtnern tun?

Sie sprachen zu ihm: Er wird die Bösewichte übel umbringen und seinen Weinberg anderen Weingärtnern austun, die ihm die Früchte zur rechten Zeit geben.

Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift: “Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Von dem HERRN ist das geschehen, und es ist wunderbar vor unseren Augen”?

Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das seine Früchte bringt.

Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen aber er fällt, den wird er zermalmen.

Und da die Hohenpriester und Pharisäer seine Gleichnisse hörten, verstanden sie, daß er von ihnen redete.

Und sie trachteten darnach, wie sie ihn griffen; aber sie fürchteten sich vor dem Volk, denn es hielt ihn für einen Propheten.

Markus
Markus 12.1-12 ( 1912)

Und er fing an, zu ihnen durch Gleichnisse zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und führte einen Zaun darum und grub eine Kelter und baute einen Turm und tat ihn aus den Weingärtnern und zog über Land.

Und sandte einen Knecht, da die Zeit kam, zu den Weingärtnern, daß er von den Weingärtnern nähme von der Frucht des Weinbergs.

Sie nahmen ihn aber und stäupten ihn, und ließen ihn leer von sich.

Abermals sandte er ihnen einen anderen Knecht; dem zerwarfen sie den Kopf mit Steinen und ließen ihn geschmäht von sich.

Abermals sandte er einen andern: den töteten sie. Und viele andere, etliche stäupten sie, etliche töteten sie.

Da hatte er noch einen einzigen Sohn, der war ihm lieb; den sandte er zum letzten auch zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen.

Aber die Weingärtner sprachen untereinander: Dies ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten, so wird das Erbe unser sein!

Und sie nahmen ihn und töteten ihn und warfen ihn hinaus vor den Weinberg.

Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben.

Habt ihr auch nicht gelesen diese Schrift: “Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.

Von dem HERRN ist das geschehen, und es ist wunderbarlich vor unseren Augen”?

Und sie trachteten darnach, wie sie ihn griffen, und fürchteten sich doch vor dem Volk; denn sie verstanden, daß er auf sie dies Gleichnis geredet hatte. Und sie ließen ihn und gingen davon.

Lukas
Lukas 20.9-19 ( 1912)

Er fing aber an, zu sagen dem Volk dies Gleichnis: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und tat ihn den Weingärtnern aus und zog über Land eine gute Zeit.

Und zu seiner Zeit sandte er einen Knecht zu den Weingärtnern, daß sie ihm gäben von der Frucht des Weinberges. Aber die Weingärtner stäupten ihn und ließen ihn leer von sich.

Und über das sandte er noch einen anderen Knecht; sie aber stäupten den auch und höhnten ihn und ließen ihn leer von sich.

Und über das sandte er den dritten; sie aber verwundeten den auch und stießen ihn hinaus.

Da sprach der Herr des Weinberges: Was soll ich tun? Ich will meinen lieben Sohn senden; vielleicht, wenn sie den sehen, werden sie sich scheuen.

Da aber die Weingärtner den Sohn sahen, dachten sie bei sich selbst und sprachen: Das ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten, daß das Erbe unser sei!

Und sie stießen ihn hinaus vor den Weinberg und töteten ihn. Was wird nun der Herr des Weinberges ihnen tun?

Er wird kommen und diese Weingärtner umbringen und seinen Weinberg andern austun. Da sie das hörten, sprachen sie: Das sei ferne!

Er aber sah sie an und sprach: Was ist denn das, was geschrieben steht: “Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden”?

Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen aber er fällt, den wird er zermalmen.

Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten darnach, wie sie die Hände an ihn legten zu derselben Stunde; und fürchteten sich vor dem Volk, denn sie verstanden, daß er auf sie dies Gleichnis gesagt hatte.

Johannes
Johannes ( 1912) im Buch nicht erwähnt

Technische Einzelheiten

Jahr 33 n. Chr.

Ort: Der Vorhof des Tempels von Jerusalem

Datum: Dienstag, 29. März 33 n. Chr.

Vorgehensweise: Wir begegnen wieder Matthäus

Anmerkung zum Vorgehen: Markus und Lukas berichten ebenfalls von dieser Rede

Karte von Jerusalem und Umgebung
Balkendiagramm Dienstag, 29. März

Der Messias Jesus verkündet der aufmerksamen Menge ein weiteres , in dem es um Weingärtner geht.

Kommentare

Wir begegnen Matthäus bei diesem zweiten wieder, aber auch Markus und sogar Lukas. Der Text ist lang und gut belegt. Dieser Bericht, sicherlich eine Zusammenfassung, lässt sich in 2 Minuten laut lesen, was bedeutet, dass die Menge den Worten des Meisters aufmerksam folgt.

Der Messias Jesus ist also die Hauptperson, derjenige, der spricht und dem alle zuhören. Er besitzt die Autorität, die Menge lange Zeit zu fesseln. Die religiösen Autoritäten beneiden ihn um diese Ausstrahlung.

Es gibt keinen Dialog mehr, alle schweigen jetzt, um zuzuhören. Die in dieser sonst so lauten jüdischen Welt ungewöhnliche Situation ist beeindruckend. Der Meister spricht!

Gott erhofft sich von den Menschen gute Ergebnisse. Sie sind enttäuschend, und so beschließt er, drei verschiedene Knechte zu senden, die getötet werden, und dann sendet er seinen geliebten Sohn, sicherlich seinen einzigen, damit sie auf ihn hören. Auch ihn werden sie ermorden.

Die Zuhörer erfassen den Sinn dieses , ohne jedoch den Tod des Sohnes recht zu verstehen.

Matthäus und Markus halten die Reaktion der Religiösen deutlich fest, die erkannt haben, dass der Messias Jesus von ihnen sprach. Sie wollen nur diese Stimme zum Schweigen bringen, die ihnen zu laut ins Gewissen redet.

Der Weinberg wird den Juden schließlich weggenommen und der Kirche anvertraut. Das verschließt ihnen jedoch nicht die Tür; auch sie können durch den Glauben in die Gemeinde der Gläubigen eintreten.