Diese Stelle bei Johannes legt die Reaktion der Menge dar sowie die Risiken, die der Messias Jesus eingeht, wenn er versucht, ihren Erwartungen zu entsprechen.
Analyse
- Reaktion der Menge: Nachdem die Menge das Wunder der gesehen hat, erkennt sie den Messias Jesus als den erwarteten Propheten, in Anspielung auf die Prophezeiung von 5. Mose 18.15, in der Mose das Kommen eines Propheten wie er selbst ankündigt.
- Messianische Anerkennung: Die Erklärung der Menge zeigt, dass sie in der Person Jesu nicht nur einen Lehrer oder Heiler sehen, sondern den angekündigten Messias.
- Absicht der Menge: Die Menge will den Messias Jesus mit Gewalt ergreifen, um ihn zum König zu krönen, was zeigt, dass sie politische und messianische Erwartungen hatten, die mit der Befreiung Israels vom Joch verbunden waren.
- Rückzug Jesu: Der Messias Jesus, der die Absichten der Menge erkennt, zieht sich allein auf den Berg zurück. Diese Geste unterstreicht, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist und dass er eine irdische Krone ablehnt. Er will den Willen Gottes nach einem geistlichen und nicht nach einem politischen Plan erfüllen.
Vergleich mit den Synoptikern
Die synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus und Lukas) erwähnen diese Reaktion der Menge und den Wunsch, ihn nach diesem bestimmten Wunder zum König zu krönen, nicht ausdrücklich. Dieses einzigartige Detail bei Johannes verdeutlicht die Wahrnehmung der Messianität Jesu und seine eigene Absicht, sich den politischen Erwartungen seiner Zeit nicht anzupassen.
Diese Stelle ist entscheidend, um die Spannung zwischen der volkstümlichen Wahrnehmung Jesu als politischem König und seinem eigenen Ziel, ein geistliches Reich zu offenbaren, zu verstehen.