Die Erwähnung von Joseph, genannt Barnabas, in Apostelgeschichte 4.36-37 mag überraschen, da diese Person im vorangehenden Bericht nicht unmittelbar auftritt. Doch diese Angabe ist sicher nicht zufällig. Mehrere Gründe können erklären, warum Lukas Barnabas gerade an dieser Stelle einführt.
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Ein konkretes Beispiel für die Großzügigkeit der ersten Christen
Seit Apostelgeschichte 4.32 schildert Lukas die bemerkenswerte Einheit der Gemeinde in Jerusalem. Die Gläubigen stellen ihren Besitz freiwillig in den Dienst der Bedürftigen (Apostelgeschichte 2.44-45 ; Apostelgeschichte 4.32-35). Barnabas wird als ein besonders bezeichnendes Beispiel für diesen Geist des Teilens vorgestellt:
„Er verkaufte einen Acker, der ihm gehörte, brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen“ (Apostelgeschichte 4.37).
Lukas veranschaulicht so konkret, was er soeben allgemein dargelegt hat.
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Den Gegensatz zu Ananias und Saphira vorbereiten
Die Einführung des Barnabas bereitet unmittelbar den folgenden Bericht vor (Apostelgeschichte 5.1-11). Während Barnabas aufrichtig und großzügig handelt, suchen Ananias und Saphira dieselbe Anerkennung zu erlangen und behalten dabei heimlich einen Teil des Erlöses aus ihrem Verkauf zurück.
Barnabas wird so zu einem positiven Vorbild, während Ananias und Saphira ein Gegenbeispiel darstellen. Der Gegensatz zwischen beiden Berichten ist besonders auffallend.
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Eine Person einführen, die eine wichtige Rolle spielen wird
Lukas pflegt oft, Personen im Voraus vorzustellen, die im weiteren Verlauf des Berichts wichtig werden. Barnabas wird tatsächlich eine der einflussreichsten Gestalten der frühen Kirche sein:
- er wird Saulus nach dessen Bekehrung aufnehmen, während viele ihm noch misstrauten (Apostelgeschichte 9.26-27);
- er wird nach Antiochia gesandt werden, um die neuen Gläubigen zu ermutigen (Apostelgeschichte 11.22-24);
- er wird nach Tarsus gehen, um Saulus zu suchen und ihn an seinem Dienst zu beteiligen (Apostelgeschichte 11.25-26);
- er wird Paulus auf der ersten Missionsreise begleiten (Apostelgeschichte 13.2-4);
- er wird am Konzil von Jerusalem teilnehmen (Apostelgeschichte 15.12).
So bildet Apostelgeschichte 4.36-37 gewissermaßen das erste Auftreten einer Person, die zu einem der wichtigsten Wegbereiter der Ausbreitung des Christentums werden sollte.
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Die geistlichen Eigenschaften des Barnabas hervorheben
Lukas stellt fest, dass die Apostel ihm den Beinamen Barnabas gaben, den er übersetzt mit:
„Sohn des Trostes“ oder „Sohn der Ermutigung“ (Apostelgeschichte 4.36).
Dieser Beiname fasst seinen künftigen Dienst vollkommen zusammen. Später wird Lukas ihn beschreiben als:
„ein guter Mann, voll Heiligen Geistes und Glaubens“ (Apostelgeschichte 11.24).
Barnabas erscheint stets als ein Mann, der fähig ist, die Gläubigen zu ermutigen, zu versöhnen und zu stärken.
Schlussfolgerung
Die Erwähnung von Joseph, genannt Barnabas, ist also keine bloße biografische Notiz. Lukas führt sie ein, um die Großzügigkeit zu veranschaulichen, die die junge Kirche kennzeichnete, um den Gegensatz zu Ananias und Saphira vorzubereiten und dem Leser eine Person vorzustellen, die in der Geschichte der entstehenden Kirche eine wesentliche Rolle spielen wird. Diese kurze Notiz kündigt bereits die Bedeutung an, die Barnabas im Missionswerk haben wird, das im weiteren Verlauf der Apostelgeschichte beschrieben wird.