Die Formel „sieben Geister“ in Offenbarung 1.4 gibt oft Rätsel auf, und das Detail der Groß- oder Kleinschreibung bei „Geist“ spielt eine Rolle für die Auslegung.
Ursprung der Formel „sieben Geister“
Im griechischen Text lesen wir ta hepta pneumata = „die sieben Geister“.
: In der Bibel drückt die 7 Fülle und Gesamtheit aus. Hier geht es nicht um sieben getrennte Wesen, sondern um eine bildhafte Weise zu sagen, dass der Geist Gottes in seiner Fülle wirkt.
Verbindung zum Alten Testament: Jesaja 11.2 beschreibt den Geist, der auf dem Messias ruht, mit sieben Eigenschaften (Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Erkenntnis, Gottesfurcht, Frömmigkeit). Das wurde oft mit den „sieben Geistern“ in Verbindung gebracht.
In der Offenbarung: Wir finden diesen Ausdruck in Offenbarung 3.1, Offenbarung 4.5 und Offenbarung 5.6, immer im Zusammenhang mit der Gegenwart Gottes und Christi.
Warum keine Großschreibung?
In den alten griechischen Handschriften gab es keine Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinbuchstaben wie heute.
Moderne Übersetzungen schreiben „Geist“ manchmal groß, um anzuzeigen, dass es sich um den Geist Gottes handelt, oder lassen es klein, um die Wörtlichkeit von „sieben Geister“ zu wahren.
Die Version zum Beispiel behält die Kleinschreibung bei, was die Auslegung offen lässt: entweder ein Bild des Heiligen Geistes in seiner Fülle oder eine symbolische Darstellung geistlicher Mächte vor dem Thron.
Zusammengefasst
Die Formel „sieben Geister“ stammt aus dem griechischen Text und aus der biblischen Symbolik der Zahl 7.
Sie bezeichnet die Fülle des Geistes Gottes, nicht sieben verschiedene Geister.
Das Fehlen der Großschreibung ist eine Übersetzungsentscheidung: Das Griechische verlangte sie nicht.
Die Bedeutung bleibt: Der Geist ist vor dem Thron voll gegenwärtig, im Eingangsgruß mit Gott und mit Christus verbunden.