Nein, die Wahl des in diesem ist nicht unbedeutend. Der Messias Jesus wählt seine Bilder nie willkürlich, besonders wenn er über das Reich Gottes lehrt.
Warum der Feigenbaum?
Ein vertrauter Baum in Palästina. Der war in der Region weit verbreitet. Die Zuhörer Jesu kannten seinen natürlichen Zyklus gut: Er verliert im Winter seine Blätter und beginnt im Frühling auszutreiben, was das Kommen des Sommers ankündigt. Es ist also ein leicht zugängliches und aussagekräftiges Bild.
Ein verlässlicher Jahreszeitenanzeiger: Anders als andere Bäume ist der ein guter Anhaltspunkt für den Wechsel der Jahreszeiten. Der Messias Jesus verwendet ihn, um die Deutlichkeit der Zeichen zu veranschaulichen: So wie man am Austreiben der Blätter erkennt, dass der Sommer naht, kann man die Nähe des Reiches erkennen, wenn man die prophetischen Ereignisse beobachtet.
Eine starke biblische Symbolik: Im Alten Testament wird der oft mit Israel, mit Segen oder mit Gericht in Verbindung gebracht:
Micha 4.4 spricht davon, dass jeder unter seinem sitzt, ein Symbol des Friedens.
Jeremia 8.13 erwähnt einen ohne Frucht, ein Zeichen der Verwerfung.
Jesus selbst verflucht in Markus 11.12-14 einen unfruchtbaren als Bild für den Mangel an Glauben.
Ein Aufruf zur Wachsamkeit. Der knospende ist ein sichtbares Zeichen, doch man muss es zu deuten wissen. Jesus fordert seine Jünger auf, für geistliche Zeichen nicht blind zu sein, so wie sie es für natürliche Zeichen nicht wären.
Zusammengefasst
Der wird wegen seines lehrhaften Werts, seiner biblischen Symbolik und seiner Funktion als jahreszeitlicher Anhaltspunkt gewählt. Er verkörpert zugleich die Deutlichkeit der Zeichen, die Notwendigkeit der Unterscheidung und die Dringlichkeit der Vorbereitung. Nichts bleibt in diesem dem Zufall überlassen; jedes Detail dient dazu, das geistliche Bewusstsein zu wecken.