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Das Himmelreich bei Matthäus

Wir können nach der von Matthäus verwendeten Form fragen: „Himmelreich“. Wir finden diesen Ausdruck nicht bei Markus, Lukas…

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Das Himmelreich bei Matthäus

Wir können nach der von Matthäus verwendeten Form fragen: „Himmelreich“. Wir finden diesen Ausdruck nicht bei Markus, Lukas und Johannes, die ihrerseits „Reich Gottes“ verwenden.

Einige Kommentatoren führen folgende Erklärung an: Die Juden vermieden es aus Ehrfurcht, den Namen Gottes zu gebrauchen, und bevorzugten daher den Begriff „Himmel“, um die Gottheit zu bezeichnen. Doch Matthäus verwendet fünfmal den Ausdruck „Gott“, wenn er vom Reich spricht (Matthäus 6.33, Matthäus 12.28, Matthäus 19.24, Matthäus 21.31 und Matthäus 21.43); außerdem gebraucht er das Wort Gott bei verschiedenen Gelegenheiten fast 45-mal.

Matthäus bemüht sich also, zwischen dem Himmelreich (32 Vorkommen) und dem Reich Gottes (5 Vorkommen) zu unterscheiden.

Das „Reich Gottes“ bezeichnet ausschließlich die Geretteten, während das „Himmelreich“ sowohl die Geretteten umfasst als auch andere, die sich als Christen ausgeben, ohne es wirklich zu sein. Diese Unterscheidung zeigt sich besonders im vom Unkraut und vom guten Samen (Matthäus 13.24-30, Matthäus 13.36-43), in dem vom Senfkorn (Matthäus 13.31-32) sowie im vom Netz (Matthäus 13.47-52). Auf diesen neuen Aspekt des Reiches, von dem im Alten Testament nirgends die Rede ist, werden wir ausführlich zurückkommen, wenn wir diese Gleichnisse im Einzelnen untersuchen.