Der Slogan „Es ist verboten zu verbieten“ wurde nach dem Mai 1968 populär, doch sein Ursprung geht auf einen Scherz des Humoristen Jean Yanne zurück, der wahrscheinlich vor den Ereignissen entstand.
Ursprung und Kontext
Mutmaßlicher Urheber: Jean Yanne, ein französischer Humorist, soll diese Formel im Radiosender RTL als spöttischen Scherz in die Welt gesetzt haben, lange vor dem Mai 1968.
Trotz seiner Berühmtheit findet sich dieser Slogan auf keinem offiziellen Plakat und auch nicht in den beglaubigten Graffiti des Mai 1968. Er wird dieser Bewegung oft fälschlich zugeschrieben.
Der Ausdruck ist eine Stilfigur, die mit Wiederholung und scheinbarem Widerspruch spielt, was seine rhetorische Wirkung verstärkt.
Gebrauch und Nachwirkung
Obwohl er unter den ursprünglichen Slogans des Mai 1968 fehlt, ist „Es ist verboten zu verbieten“ zum Sinnbild des libertären und antiautoritären Geistes dieser Zeit geworden.
Er wurde in Werbung, Politik und Gesellschaft als Symbol des Protests gegen jede Form von Zensur oder übermäßiger Autorität wiederverwendet.
Edwy Plenel, ehemaliger Direktor von Le Monde, hat betont, dass dieser Satz nie ein Demonstrationsslogan war, sondern in den folgenden Jahrzehnten dazu diente, den Geist des Mai 1968 verkürzend zusammenzufassen.
Philosophische Bedeutung
Der Slogan drückt den Willen zu einer völligen Befreiung aus, die jede Norm und jede Einschränkung ablehnt.
Er verkörpert eine radikale Kritik der Autorität, aber auch eine paradoxe Spannung: Das Verbieten zu verbieten läuft darauf hinaus, ein Verbot auszusprechen, was ihn zu einer provokativen und sich selbst widerlegenden Formel macht.